Tag-Archiv | Lübeck

Fortsetzung Postcrossing ….

Hallo Welt,

nachdem ich mich vor 17 Tagen bei Postcrossing angemeldet habe, möchte ich einen kleinen Zwischenbericht abgeben.

Ich habe bis jetzt 11 Postkarten verschickt. Von diesen 11 Postkarten sind 5 Postkarten bereits beim Empfänger angekommen. Und zwar in China, Finnland, USA, Belgien und Ukraine. 6 Postkarten von mir sind noch unterwegs und 2 Postkarten habe ich sogar schon bekommen. Die erste Karte kam aus Frankreich und eine aus Finnland.

Das macht richtig Spaß.

Postcrossing

Hallo Welt,

ich habe hier lange nichts geschrieben. Das liegt daran, dass ich den Sommer genossen habe. Für mich war er nicht zu kalt bzw. zu nass. 3 oder 4 mal habe ich tagsüber die Jalousien unten gehabt, damit es in meiner Wohnung nicht zu warm wird, denn alle meine Fenster sind Südseite. D.h., dass ich bei schönstem Wetter im dunkeln sitze und Licht brennen habe. Aber wie gesagt, es war ja nur ein paar mal.

Heute möchte ich euch über ein neues/altes Hobby von mir berichten. Postkarten sammeln. Diesmal aber mit Postcrossing. Vergangene Woche hörte ich im Radio davon und war sofort begeistert, denn so manche Postkarte hängt auch bei mir an der Wand.

Im Internet fand ich dann die Seite von Postcrossing. Ich war so begeistert, dass ich mich sofort anmeldete und auch gleich die ersten 5 Postkarten schrieb. Sie gingen nach Russland, China, Litauen, USA und Belgien. Zwei Tage später erhielt ich dann die erste Bestätigung, dass die Karte in Belgien angekommen ist. Jetzt wurde meine Adresse freigegeben und der Zufall bestimmt nun, aus welchem Land bzw. von wem ich nun eine Postkarte bekomme. Ich möchte hier nicht erklären, wie Postcrossing funktioniert, denn das könnt ihr auf der Seite von Postcrossing selber machen.

Ich warte jetzt, gespannt wie ein Flitzbogen, auf meine erste Postkarte.

Barrierefrei

Hallo Welt,
warum schaffen es Geschäfte oder auch Restaurants nicht, sofern sie eine Homepage haben, dort Informationen darüber zu geben, ob ein barrierefreier Zugang vorhanden ist oder nicht? Bei Restaurants wäre es schön, zusätzliche Informationen zu bekommen, ob Toiletten z.B. mit einem Rollstuhl oder Rollator erreichbar sind. Ja, auch Rollifahrer müssen aufs Klo.

Es ist kein großer Aufwand z.B. ein Menüpunkt „Barrierefreiheit“ mit auf die Startseite zu platzieren. Auch wenn nichts barrierefrei ist, sollte es dort erwähnt werden (z.B. eine oder zwei Stufen am Eingang).
Wirklich wichtig ist, dass dieser Punkt nicht irgendwo im Untermenü und kaum auffindbar ist. Ein Foto vom Eingang wäre auch super.

Behinderte müssen fast immer im voraus planen. Spontan mal eben los fahren ist kaum möglich. Eine Information über Barrierefreiheit erleichtert uns das Leben enorm.
Und dann habe ich noch eine kleine Anregung für Geschäfte und Restaurants, vorausgesetzt wir Behinderte sind gern gesehene Kunden.

Es gibt zusammenklappbare Auffahrtrampen, die wirklich keinen Platz wegnehmen (sind ja zusammenklappbar :-)). Und so teuer sind diese Rampen auch nicht. Es bringt allerdings nichts, hier Preise zu schreiben, da diese sehr variieren. Bei Interesse einfach mal bei Google gucken.
Wer schon so eine Rampe hat, darf es gerne gut sichtbar an die Eingangstür schreiben. Und natürlich auch auf die Website, sofern vorhanden, eintragen.

 

Nichts Neues …

Hallo Welt,

hier bei mir gibt es z.Zt. nichts Neues zu berichten. Das liegt am Wetter. Mal ist es viel zu nass, und mal ist es viel zu kalt um mit dem Rolli etwas zu unternehmen.

Ich möchte mit meinem Rolli mal eine schöne Tour durch die schneebedeckte Winterlandschaft machen. Wenn der Schnee so schön knirscht und die Sonne scheint. Das ist aber wohl auch nur ein Wundschdenken von mir. Winter 2012/2013 war das letzte mal, dass viel Schnee lag. Aber da hatte ich meinen elektr. Rolli noch nicht. Und seit Winter 2013/2014 scheint der Schnee irgendwie einen großen Bogen um Lübeck zu machen.

Es kommen aber wieder wärmere Tage, und dann kann ich hier auch wieder mehr berichten.

Da ist es wieder ….

Hallo Welt,

da ist es wieder …. das Thema Klo. Es wird ja oft viel versprochen, aber nichts eingehalten. Doch dieses Jahr ist es anders. Eigentlich sollte es für jeden Veranstalter eine Selbstverständlichkeit sein, und trotzdem möchte ich „Danke“ sagen. Es wurde mir nicht nur schriftlich zugesagt, sondern es wurde auch in die Tat umgesetzt. Wir haben eine mobile Toilette für Rollifahrer auf dem Weihnachtsmarkt in Lübeck.

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Jetzt, wo ich weiß, dass auch an uns Rollifahrer gedacht wird, macht es gleich viel mehr Spaß auf dem Weihnachtsmarkt.

Ich wünsche euch allen eine schöne Adventszeit.

Dampf ablassen hilft

Hallo Welt,

langsam habe ich das Gefühl, ich muss für uns Rollifahrer/in um Toiletten kämpfen. Heute jedenfalls kann ich den ersten Erfolg melden. Ich schrieb in meinem Beitrag des Hansekultur-Festivals, dass ich mich fürchterlich darüber geärgert habe, dass für dieses Fest extra Toilettenwagen aufgestellt wurden, allerdings nicht für uns Rollifahrer/in.

Ich schrieb den Veranstalter die LTM (Lübeck und Travemünde Marketing) an und fragte dort mal nach, warum für Rollifahrer keine Toiletten bei Veranstaltungen aufgestellt werden. Auch in Hinsicht auf den Weihnachtsmarkt. Auch wir Rollifahrer möchten gerne das ein oder andere Getränk auf solchen Veranstaltungen trinken. Und jeder weiß, was oben rein kommt, muss zwangsläufig auch unten wieder raus. Der Geschäftsführer der LTM wollte die Problematik mit seinem Team besprechen.

Zwei Tage später erhielt ich dann eine positive Antwort. In Zukunft wird bei Großveranstaltungen (z.B. der Weihnachtsmarkt) auf dem Markt eine mobile, barrierefreie Toilette stehen. Im Weihnachtsfolder und Webseite wird es dann auch mitgeteilt.

Ich bin begeistert. Es hat geklappt. Was ich aber irgendwie nicht verstehe, warum erst jetzt? Ich bin doch nicht die einzige Rollifahrerin hier in Lübeck. Außerdem hat Lübeck eine Behindertenbeauftragte und einen Behindertenrat.

Ich jedenfalls habe was getan – und das sogar mit Erfolg.

Behindertensport

Hallo Welt,

ich weiß, ich habe lange nichts von mir hören lassen. Es gab aber auch nichts Außergewöhnliches, was ich hätte berichten können. Es war ganz schön heiß gewesen. Ich mag diese Hitze nicht. Es heißt immer, dass alle aufs Wetter schimpfen. Erst zu heiß, dann zu kalt, dann zu nass oder zu trocken. Stimmt! Unser Wetter hier schwappt immer von ein Extrem ist nächste. Vor kurzem waren noch 28° Celsius auf dem Thermometer und eine Woche später morgens 8° Celsius. Ich dachte immer „Wetterfühligkeit“ ist so ein moderner Ausdruck für „ich habe kein Bock“. Nix da, mein „Astralkörper“ ist auch wetterfühlig. Allerdings frage ich mich, ob das auch am Alter liegen kann? Man ist ja nicht mehr die Jüngste. Aber gut, ich habe es überlebt.

Vor ein paar Tagen war ich hier in Lübeck in der Hansehalle bei den inklusiven Aktionstagen „Begegnung auf Augenhöhe“. Dort wurde von der Rehabilitations- und Behinderten-Sportgemeinschaft aus Lübeck u.a. die Sportart „Bosseln“ vorgestellt. Optisch sieht es aus wie Eisstockschießen ohne Eis. Die Bosseln haben Bürsten und es wird ausschließlich in Turnhallen gespielt.

Ich durfte es vor Ort ausprobieren und es hat richtig Spaß gemacht.

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Ich wollte mehr über dieses Sportangebot wissen. Einmal die Woche für ca. 2 – 2½ Stunden wird gebosselt. Das passt super, da mach ich mit. Mir fiel dann noch eine ganz wichtige Frage ein, ob es denn in der Turnhalle auch eine Toilette für Rollifahrer gibt? Und was glaubt ihr war die Antwort. Richtig! Nein, es gibt dort keine Toilette für Rollstuhlfahrer. Na super, Behindertensport, an dem Behinderte mit Rolli nicht teilnehmen können, weil das Klo mit Rolli nicht erreichbar ist.

Mir bleibt nichts anderes übrig, als nur mit dem Kopf zu schütteln.

Findet den Fehler …

Hallo Welt!

Es gibt für Lübeck einen Flyer „Nette Toilette“. Dort findet man in der Innenstadt öffentliche Toiletten und Toiletten, die Lübecker Gastronomen öffentlich zur Verfügung stellen. Schön beschriftet in „Nette Toilette“, „Öffentliche Bedürfnisanstalt“, „Damen-/ Herrentoilette“, „Wickelmöglichkeit“ und „Behindertengerecht“.

So weit, so gut. Ich wollte jedenfalls mal schnell für „kleine Rollifahrerin“ und suchte mir aus dem Flyer eine nette Toilette in einem Parkhaus aus. Im Eingang des Parkhauses oben an der Decke hängt ein Schild mit WC und einem Pfeil nach rechts. Dem Hinweis folgend stand ich dann vor dieser Tür. Tja, was soll ich sagen …. findet den Fehler

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Na, Fehler gefunden? Richtig, hinter der Tür das Behinderten-WC und vor der Tür befindet sich ein Kantstein, links und recht sind die Auf- und Abfahrten zu den Parkdecks.

Wenn das Wetter es zulässt, werde ich mal alle behindertengerechten Toiletten abfahren und mir ganz genau die Begebenheiten anschauen. Mal sehen, wie viele Klo´s wirklich zu benutzen sind.

 

Hansekultur-Festival

In den LN wurde in einem Schnelltest über das Hansekultur-Festival berichtet und es machte mich neugierig. Ich fuhr mit einem befreundeten Rollifahrer zum Festival (beide mit einem elektrischen Rollstuhl (kein Scooter!).

Ich hätte es besser wissen müssen.

Unter der Überschrift „Entspannen und Schlendern“
Zitat der Zeitung: „Lübeck lädt ein, die Seele baumeln zu lassen. „Gemütlich“, „entspannt“, „freundlich“, „bezaubernd“: Es sind durchweg freundliche Worte, mit denen die Festival-Besucher ihre Eindrücke kommentieren.“

Leider hat der Reporter mich nicht gefragt, ich hätte garantiert eine andere Antwort gegeben.

Weiter im Bericht:

Zitat: „Vor allem im oberen Bereich der Beckergrube hätte man sich mehr Getümmel gewünscht.“

Falsch – für uns Rollifahrer war es angenehm dort zu fahren. Im Getümmel hätte uns wieder so mancher Rucksack im Gesicht getroffen.

Weiter stand im Artikel unter der Überschrift „Kinder & Spaß“

Zitat: „Die Kinder werden ernst genommen als vollwertige Festival-Besucher.“

Glückwunsch Kinder! Wie habt ihr das hinbekommen? Wir Rollifahrer werden nicht als vollwertiger Festivalbesucher ernst genommen. Ganz im Gegenteil. Uns gibt es irgendwie gar nicht.

Fangen wir mal mit dem wichtigsten und auch schlimmsten Mängel an. Toiletten für Rollifahrer.

Für das Festival werden sogar noch zusätzliche Toilettenwagen aufgestellt.  Und wo soll ich mit meinem Rolli aufs Klo? Warum sind für uns Rollifahrer keine Toiletten aufgestellt worden?

Lieber Veranstalter! Einmal bei Google in der Suchmaschine „behindertengerechte WC Kabine“ eingeben. Ja, es gibt sie, die Dixiklos für Rollifahrer. Oder sogar noch besser es gibt auch Toilettenwagen für Rollifahrer. Da die Toilettenwagen bewacht wurden, wäre es wohl kein Problem gewesen, so ein behindertengerechtes Dixiklo daneben zu stellen, oder?

Nö, wir behinderte Menschen brauchen ja keine Klos.

Da fällt mir noch ein, dass man das einzige behindertengerechte WC, welches am Markt war, entfernt hat, ohne für einen Ersatz zu sorgen.  Aber ich schweife vom Thema ab …..
Weiter geht´s zum Zeitungsartikel

Überschrift „Essen & Trinken“
Super für Rollifahrer! Teilweise überhaupt kein rankommen an die Stände, da ein Podest vor dem Stand den Zugang unmöglich macht bzw. Stände auf dem Bürgersteig standen und der Kantstein dann das Problem war.

Dann z.B. (von dem Kopfsteinpflaster mal ganz abgesehen) ein für Rollifahrer gigantisch hoher Tresen, der es unmöglich macht, sich dort ein Getränk zu holen. Von der Enge der Zuwegung (Tische und Bänke sehr eng aufgestellt) mal ganz abgesehen. Unser erster und einzige Gedanke war – nur schnell wieder weg.

Am Samstag wollten wir zu einem öffentlichen Konzert von Kammerpop im Hellgrünen Gang.

Zugang von der Untertrave – Fehlanzeige, eine Stufe runter.
Zugang von der Engelswisch – Fehlanzeige, viel zu eng und Stufen
Zugang von der Alsheide – Fehlanzeige da Stände auf dem Bürgersteig waren mussten wir von der Straße aus in den Gang und wieder einmal mehr machte es uns der Kantstein unmöglich.

Enttäuscht wollten wir wieder nach Hause. Doch dann hatten die dortigen Standbetreiber eine tolle Idee. Es wurde kurzerhand eine Tischplatte zweckentfremdet und uns als Rampe an den Kantstein gelegt. Wir haben ein wunderschönes Konzert erleben dürfen. Nach dem Konzert dann das gleiche Prozedere. Tischplatte zweckentfremdet als Rampe angelegt, und wir konnten somit den Gang wieder verlassen. Vielen Dank ihr lieben Leute. Das war toll.

Jetzt möchte ich nur noch kurz zu dem Konzert etwas schreiben. Nein, zu den Leuten, die dieses wunderbare Konzert besucht haben. Ignoranz steht bei einigen Leuten immer wieder an erster Stelle. Ohne Rücksicht auf Rollstuhlfahrer stellen sie sich vor einem hin, teilweise mit Rucksack auf dem Rücken. Was für mich bedeutet, eine falsche Bewegung und ich bekomme den Rucksack ins Gesicht. Und so habe ich den ersten Teil des Konzerts nur akustisch mit diesem tollen Anblick wahrnehmen können.

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Während der Pause haben wir dann mit Hilfe von ganz lieben Menschen den Weg in die erste Reihe geschafft und konnten wenigsten den zweiten Teil des Konzertes auch optisch genießen.

Mein Brief an die Zeitung endete mit folgendem Satz:

Lieber Zeitungsredakteur, ich hätte Ihnen gerne meinen zweiten Rolli geliehen, hätte Sie an die Hand genommen und Ihnen das Festival aus Sicht eines Rollifahrers gezeigt. Dann wäre vielleicht auch der ein oder andere Punkt in Ihrem Artikel aufgegriffen worden.

Mit lieben Gruss von einer nicht als vollwertige Festivalbesucherin ernstgenommen Rollifahrerin.