Natur pur …

Ach was habe ich doch für liebe Nachbarn. Sie haben sich Blumen für ihre Balkonkästen gekauft, und mir meine Blümchen auch gleich mitgebracht. Es ist gar nicht so einfach, mit dem Rolli 20 Pflanzen heil nach Hause zu transportieren (3 x 6er Pack a 1,5 l Flaschen ist kein Problem), aber Blumen? Nee, da brauch ich doch Hilfe. Aber was noch viel besser ist, sie haben sogar meine Kästen gleich bepflanzt, was für mich bedeutet – auf dem Balkon kein Dreck. Was ja immer ärgerlich ist, denn man fährt sich mit den Rädern allen Schiet in die Wohnung.

Was mir meine Nachbarn aber leider erst später sagten, sie haben Rinderdung mit in die Kästen gegeben. Hach, was ein laues Lüftchen mir doch einen zarten Duft an meiner Nase vorbei ziehen lässt. Und das in einer Stadt. Das ist Natur pur. Ich weiß das ganz genau, denn ich bin ein Landei.

Aber nichtsdestotrotz mein Balkon sieht wunderschön aus. Übrigens sind rosa Geranien in den Balkonkästen. Nun dürfen sie wachsen und viele schöne Blüten bekommen.

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Hilfe anbieten oder nicht?

Gestern tippte mir eine Frau ganz zaghaft von hinten auf die Schulter und fragte, ob sie mich was fragen dürfte. Als ich ihr dann sagte, dass sie damit ihr Frage ja schon gestellt hätte, mussten wir beide erst einmal lachen.

Sie fragte mich dann, wie sie sich Rollifahrern gegenüber verhalten soll, Hilfe anbieten oder nicht. Ich konnte ihr keine richtige Antwort darauf geben. Jeder geht mit seiner Behinderung anders um und sagte ihr, dass ich mich darüber freue, wenn mir jemand hilft. Auch wenn ich vieles alleine kann. Bestes Beispiel Tür aufhalten. Klar freue ich mich, wenn mir jemand die Tür aufhält. Ich habe mich vor meiner Rollizeit auch drüber gefreut, wenn mir jemand die Tür aufgehalten hat. Warum also nicht auch jetzt? Ich bin in der Lage kurz aufzustehen, um mir aus oberen Regalen etwa zu nehmen. Trotzdem freue ich mich, wenn mir jemand helfen möchte.

So sieht jeder für sich die Situation anders. Einer möchte Hilfe, ein anderer wiederum nicht. Mein Fazit. Lieber einmal mehr Hilfe anbieten, als gar keine Hilfe anbieten.

Ich

Wer bin ich überhaupt? Ich heiße Heike und bin 1961 geboren. Seit 2007 sitze ich nach einer Oberschenkelamputation im Rollstuhl. Ich möchte hier nun nicht weiter auf das warum und wieso oder andere Krankheiten eingehen. Ich möchte über die ein oder andere Hürde, die das Leben im Rollstuhl mit sich bringt, berichten. Einige denken jetzt bestimmt, nun fängt sie auch noch an zu jammern. Nö, das tue ich nicht. Ich bin ein sehr positiv denkender Mensch. Ich lache für mein Leben gern und ich liebe das Leben. Ok, ich meckere gerne mal. Aber mal Hand aufs Herz, wer tut das nicht gerne? Aber auch über schöne Dinge möchte ich hier berichten.

Eine kleine Info noch am Rande. In der Wohnung benutze ich einen Faltrollstuhl und draußen fahre ich einen elektrischen Rollstuhl. Einen B500S von Otto Bock. Lenkräder sind hinten. Ich schaffe ca. 27 km damit.

Hallo Welt!

Ich überlege gerade, ob die Welt einen Blog von mir braucht? Na klar!

Ich  möchte hier mein Erlebtes oder auch einfach nur meine Gedanken veröffentlichen. Und wenn ich nur einer Person etwas Mut, einen Tipp, etwas Abwechslung oder auch nur ein kleines Schmunzeln geben kann, dann hat es sich gelohnt hier zu schreiben.