Da ist es wieder ….

Hallo Welt,

da ist es wieder …. das Thema Klo. Es wird ja oft viel versprochen, aber nichts eingehalten. Doch dieses Jahr ist es anders. Eigentlich sollte es für jeden Veranstalter eine Selbstverständlichkeit sein, und trotzdem möchte ich „Danke“ sagen. Es wurde mir nicht nur schriftlich zugesagt, sondern es wurde auch in die Tat umgesetzt. Wir haben eine mobile Toilette für Rollifahrer auf dem Weihnachtsmarkt in Lübeck.

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Jetzt, wo ich weiß, dass auch an uns Rollifahrer gedacht wird, macht es gleich viel mehr Spaß auf dem Weihnachtsmarkt.

Ich wünsche euch allen eine schöne Adventszeit.

Dampf ablassen hilft

Hallo Welt,

langsam habe ich das Gefühl, ich muss für uns Rollifahrer/in um Toiletten kämpfen. Heute jedenfalls kann ich den ersten Erfolg melden. Ich schrieb in meinem Beitrag des Hansekultur-Festivals, dass ich mich fürchterlich darüber geärgert habe, dass für dieses Fest extra Toilettenwagen aufgestellt wurden, allerdings nicht für uns Rollifahrer/in.

Ich schrieb den Veranstalter die LTM (Lübeck und Travemünde Marketing) an und fragte dort mal nach, warum für Rollifahrer keine Toiletten bei Veranstaltungen aufgestellt werden. Auch in Hinsicht auf den Weihnachtsmarkt. Auch wir Rollifahrer möchten gerne das ein oder andere Getränk auf solchen Veranstaltungen trinken. Und jeder weiß, was oben rein kommt, muss zwangsläufig auch unten wieder raus. Der Geschäftsführer der LTM wollte die Problematik mit seinem Team besprechen.

Zwei Tage später erhielt ich dann eine positive Antwort. In Zukunft wird bei Großveranstaltungen (z.B. der Weihnachtsmarkt) auf dem Markt eine mobile, barrierefreie Toilette stehen. Im Weihnachtsfolder und Webseite wird es dann auch mitgeteilt.

Ich bin begeistert. Es hat geklappt. Was ich aber irgendwie nicht verstehe, warum erst jetzt? Ich bin doch nicht die einzige Rollifahrerin hier in Lübeck. Außerdem hat Lübeck eine Behindertenbeauftragte und einen Behindertenrat.

Ich jedenfalls habe was getan – und das sogar mit Erfolg.

Behindertensport

Hallo Welt,

ich weiß, ich habe lange nichts von mir hören lassen. Es gab aber auch nichts Außergewöhnliches, was ich hätte berichten können. Es war ganz schön heiß gewesen. Ich mag diese Hitze nicht. Es heißt immer, dass alle aufs Wetter schimpfen. Erst zu heiß, dann zu kalt, dann zu nass oder zu trocken. Stimmt! Unser Wetter hier schwappt immer von ein Extrem ist nächste. Vor kurzem waren noch 28° Celsius auf dem Thermometer und eine Woche später morgens 8° Celsius. Ich dachte immer „Wetterfühligkeit“ ist so ein moderner Ausdruck für „ich habe kein Bock“. Nix da, mein „Astralkörper“ ist auch wetterfühlig. Allerdings frage ich mich, ob das auch am Alter liegen kann? Man ist ja nicht mehr die Jüngste. Aber gut, ich habe es überlebt.

Vor ein paar Tagen war ich hier in Lübeck in der Hansehalle bei den inklusiven Aktionstagen „Begegnung auf Augenhöhe“. Dort wurde von der Rehabilitations- und Behinderten-Sportgemeinschaft aus Lübeck u.a. die Sportart „Bosseln“ vorgestellt. Optisch sieht es aus wie Eisstockschießen ohne Eis. Die Bosseln haben Bürsten und es wird ausschließlich in Turnhallen gespielt.

Ich durfte es vor Ort ausprobieren und es hat richtig Spaß gemacht.

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Ich wollte mehr über dieses Sportangebot wissen. Einmal die Woche für ca. 2 – 2½ Stunden wird gebosselt. Das passt super, da mach ich mit. Mir fiel dann noch eine ganz wichtige Frage ein, ob es denn in der Turnhalle auch eine Toilette für Rollifahrer gibt? Und was glaubt ihr war die Antwort. Richtig! Nein, es gibt dort keine Toilette für Rollstuhlfahrer. Na super, Behindertensport, an dem Behinderte mit Rolli nicht teilnehmen können, weil das Klo mit Rolli nicht erreichbar ist.

Mir bleibt nichts anderes übrig, als nur mit dem Kopf zu schütteln.

Landesgartenschau Eutin

Hallo Welt,

ich war mal wieder unterwegs. Diesmal ging es mit dem Zug in die wunderschöne Rosenstadt Eutin, denn dort findet gerade die Landesgartenschau statt. Ich bin nicht die perfekte Gärtnerin … sagen wir so, ich habe überhaupt keine Ahnung davon. Ich kann mich aber an wunderschönen blühenden Blumen erfreuen. Wenn denn welche vorhanden sind.

Aber von Anfang an. Die Landesgartenschau (LGS) in Eutin hat zwei Eingänge. Der Haupteingang ist aber viel weiter weg vom Bahnhof, als der Eingang am Schloss. Somit nahm ich stadteinwärts den kürzesten Weg zum Eingang am Schloss. Ich muss ja mit meiner Reichweite der Batterie (27 km) gut haushalten.

Am Schloss angekommen, fühle ich mich gleich wieder wie zu Hause (ich bin in Eutin geboren). Schaut einfach selber. Ich das nicht traumhaft schön?

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Am Eingang musste ich 14,– € (ermäßigt) Eintritt zahlen.  Die normale Tageskarte kostet 16,– €.

Und nun hatte die Qual der Wahl. Fahre ich nach links oder nach rechts. Der größere Bereich der LGS liegt rechts vom Eingang, also ging es auch nach rechts. Ja, was soll ich sagen. Wo sind die vielen schönen Blumen? Irgendwie war nur grüner Schlosspark.

Einmal um das Schloss herum auf einer großen Rasenwiese (Schlossgarten) dann ein abgestecktes Blumenbeet. Die Fahrt mit dem Rolli auf dem Rasen war so holprig, dass mir an meiner Fußstütze etwas weggebrochen ist, was die Stütze fest hielt. Klasse, ab jetzt schwingt meine Stütze nur noch frei hin und her. In Gedanken habe ich einen Gruß an mein Sanitätshaus geschickt. Aber zurück zum Blumenbeet. So wirklich war das kein Blumenbeet.  Da waren Kräuter und Blumen gemischt. Ich, die keine Ahnung habe, konnte jedenfalls nicht unterscheiden, wo Salbei aufhört und eine Blume, die verblüht ist, anfängt.

Wir haben Mitte August. Es gibt doch bestimmt viele schöne Blumen, die auch im August noch schön und kräftig in ihrer Blüte stehen. Na gut, mit schwingender Fußstütze weiter durch den grünen Schlosspark. Hier und dort immer wieder vereinzelt ein kleines Blumenbeet, was teilweise sehr verwelkt und vertrocknet aussah.

Hier ein paar Eindrücke

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Weiter kamen wir dann zu den Blumenhallen. Ganz fürchterliches Kopfsteinpflaster teilweise. Man kann vieles nicht richtig sehen, weil man mit dem Rollstuhl nicht überall ran kommt. Nee, einmal umkehren und dann wieder zurück Richtung Eingang und dann dann links Richtung Seepark. Der Weg dorthin ging an wunderschönen Dahlien vorbei.

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In der Stadtbucht dann noch ein kurzer Stopp für Käffchen und Kuchen eingelegt. Falsch, das war auch nur ein Küchchen ca. 9 x 6 cm für 2,80 €!!! Ich habe für 2 Stückchen Kuchen, einen kleinen Becher Kaffee und einen kleinen Becher Kakao 11,90 € bezahlt.

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Ich überlege gerade … Pflaumenkuchen mit Hefeteig, und nicht diesem trockenen und staubigen Mürbeteig, selber backen,  jeweils das Stück einen Zentimeter größer schneiden, also 10 x 7 cm und von meinem Balkon aus für 3,– € verkaufen ———  ich kann reich werden.

Ich schweife schon wieder vom Thema ab.  Zurück zur LGS. Nach dem Käffchen dann langsam wieder Richtung Ausgang. Durch die schöne Innenstadt Richtung Bahnhof.

Nach insgesamt 7 Stunden war ich wieder zu Hause.

Mein Fazit. Die LGS ist mit ihrem Eintritt viel zu teuer. Ich hätte mir auch im August viel mehr schöne farbenprächtige Blumenbeete gewünscht.

Die Kleingärten bei uns in Lübeck haben auch jetzt im August eine herrliche Farbenpracht an Blumen. Teilweise schöner, als auf der LGS.

Ich kann aber nicht nur meckern. Allein Eutin ist immer eine Reise wert. Ich werde nächstes Frühjahr nochmal wieder hinfahren, und dann kann ich z.B. die Stadtbucht genießen, ohne teuren Eintritt zu bezahlen.

Pokémon Go

Hallo Welt,

ja auch ich fange Pokémon. Mich hat das Fieber auch erwischt. Allerdings unterscheidet mich eine winzige Kleinigkeit von all den anderen Pokémonjäger. Ich habe das Spiel bis heute nicht begriffen. Ich sammel fleißig Pokémon und nehme auch jeden Pokéstop mit. Zweimal war ich sogar schon in einer Arena, aber da gab es ordentlich was auf die Mütze. Ehe ich mich versah hieß es, ich hätte verloren. Ich habe echt keinen Plan, wie das funktioniert. Aber allein schon das Sammeln macht mir riesigen Spaß. Ich glaube kaum, dass das der Sinn des Spiel ist, aber egal.

Also, falls Ihr jemanden im Rolli seht, die sich köstlich beömmeln kann weil sie das Spiel nicht versteht …

das bin ich 🙂

Powerbank

Jeder kennt sie und hat sie vielleicht auch. Eine Powerbank für´s Smartphone.

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Eine Powerbank ist das, was ein voller Ersatzkanister Benzin für´s Auto ist.

Man ist unterwegs und unser Akku vom Smartphone ist fast leer.  Keine Steckdose weit und breit. Dann schließt man die – vorhher an der Steckdose geladene – Powerbank an, und schon kann man das Smartphone an der Powerbank wieder aufladen. Super Erfindung.

Aber was ist mit uns Rollifahrern, die einen elektrischen Rollstuhl fahren?

Mal wieder etwas zu weit mit dem Rolli gefahren und nicht genug Batterieladung mehr um nach Hause zu gelangen. Ich habe mit meinem Rollstuhl eine Reichweite von ca. 27 km, aber das ist nicht viel. Die Batterie ist schneller leer, als einem lieb ist.

Ok, ich muss gestehen, ich bin ein technisches Genie. D.h. ich habe überhaupt keine Ahnung, ob das überhaupt möglich ist, bzw. ob es sowas überhaupt schon gibt? Aber … ich möchte für meinen elektrischen Rollstuhl auch eine Powerbank haben.

Da, wo das Ladegerät am Steuerungsgerät angeschlossen wird, könnte man doch so eine Art „Powerbank“ für Rollstühle anschießen, um dann evtl. noch einmal eine Reserve von ca. 10 km zu erhalten.

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Mein Fazit jedenfalls, wenn es sowas noch nicht gibt, dann sollte es schnellstens erfunden werden, oder, liebe Hersteller, bestückt die elektrischen Rollstühle gleich mit einer Batterie, die eine größere Reichweite hat. Ganz einfach.

Alexander von Humbold II

Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, bin ich mit meinem Bekannten wieder nach Travemünde gefahren, um uns die Alexander von Humbold II anzusehen. Das Wetter spielte mit und wir sahen ein Traum von Segelschiff.

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Nachdem wir uns die Alex-II angesehen haben, sind wir an der Steilküste entlang zur Hermannshöhe. Es war der blanke Horror. Mal so unter uns, die Vögel von Hitchcock is nen Schietdreck gegen das, was wir erlebt haben. Eine Invasion der Rapsglanzkäfer. Es war so furchtbar. Einmal kurz angehalten, um die wunderschöne Aussicht zu fotografieren, und schon wurden wir angegriffen von den Viechern. Hunderte, wenn nicht sogar tausende von Käfern auf uns. Und nicht nur auf alles was gelb war, sie waren einfach überall. In den Haaren, in den Ohren, auf den Klamotten, auf unseren Rollis – wirklich alles war voll von den Käfern. Sogar unter dem T-Shirt waren sie. Es krabbelte überall.

Dennoch ist mir ein schönes Foto von der Steilküste gelungen.

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Wieder zu Hause angekommen, musste ich erstmal duschen und neue Sachen anziehen. Wie ich schon schrieb, selbst unter den Klamotten waren die Käfer. Es kribbelt immer noch, wenn ich nur dran denke.

 

Auf nach Travemünde

Vom 09.06.-12.06.2016 kam anlässlich ihres 90. Geburtstages das russische Segelschulschiff die Viermaststahlbark „Kruzenshtern“ zu Besuch nach Travemünde. Vorbei an ihrer Schwester, ok ihrer Halbschwester, der „Passat“ legte sie am Ostpreußenkai an.

Bei schönstem Wetter machten wir uns am Samstag auf den Weg nach Travemünde.

Die Fahrt nach Travemünde ist ein Abenteuer für sich, vor allem, wenn man zu blöd ist, auf wichtige Hinweise zu achten. So stehen wir da am Bahnsteig und warten, und warten, und warten … aber es kommt kein Zug. Irgendwann, ca. eine halbe Stunde später, guckte ich mir den Aushang an. Klasse, es fährt gar kein Zug, denn wegen Bauarbeiten ist auf der Strecke ein Schienenersatzverkehr eingerichtet worden. Ok, dann eben mit dem Bus zum Hauptbahnhof. Klar, dass wir den von uns anvisierten Zug nach Travemünde nun nicht mehr erreicht hatten. Also mussten wir den nächsten Zug nehmen (er fährt stündlich).

Endlich in Travemünde angekommen ist es schon faszinierend neben so einem Großsegler zu stehen. Smartphone raus und Fotos machen. Aber irgendwie ist das Schiff zu groß, jedenfalls um es in seiner vollen Pracht aufs Foto zu bekommen.

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Kurzerhand entschlossen wir uns mit der Priwallfähre auf die andere Seite zu fahren. Wow, schon auf der Fähre sah die „Kruzenshtern“ wunderschön aus.

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Auf der anderen Seite auf dem Priwall angekommen, sahen wir, wie die „Lisa von Lübeck“ an der „Kruzenshtern“ vorbei fuhr und per Schiffshupe die „Kruzenshtern“ mit dreimaligem hupen grüßte. Die „Kruzenshtern“ antwortete ihrerseits mit dreimaligem hupen, woraufhin die „Lisa von Lübeck“ sich mit einmaligem hupen bedankte, was wiederum auch die „Kruzenshtern“ tat. Alles verstanden?

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Gerne hätte ich die „Kruzenshtern“ besichtigt, doch versuch mal mit dem Rolli die Gangway hochzukommen.

Nichtsdestotrotz war es wieder einmal ein wunderschöner Tag, den ich bestimmt bald wiederholen werde, denn vom 24.06.-27.06.2016 kommt die „Alexander von Humboldt II“ nach Travemünde. Das lohnt sich auf jeden Fall dort hinzufahren.

„I don´t like monday“

Der letzte Montag fing schon so komisch an. Aus dem Bett raus in meinen Rollstuhl hatte ich so viel Schwung mitgenommen, dass nicht viel fehlte, und ich hätte mich daneben gesetzt. Der Schreck saß und ich war urplötzlich hellwach. Nun brauchte ich erst einmal einen Café Latte. Und was soll ich sagen? Richtig! Ich war zu blöd meine Maschine zu bedienen. Vergaß ich doch glatt den Deckel zu schließen und startete die Maschine. Na toll.

Bis zum Frühstück hatte ich alles weitere ohne Zwischenfälle gut überstanden. Aber wie der Teufel es will, es ging weiter. Ich wollte auch mal diesem Phänomen nachgehen, warum das Marmeladenbrot immer mit der Marmelade nach unten auf dem Fußboden landet. Ist mir super gelungen. Oh, wie ich mich freute. Ein Fußboden schön mit Marmelade beschmiert. Ich liebe die Erdanziehungskraft.

Gegen 10:00 Uhr fuhr ich einkaufen. Das war keine gute Idee. Ich hätte es eigentlich besser wissen müssen. Dieser Montag war einfach nicht mein Tag. Am Ausgang des Supermarktes nahm ich die Kurve zu eng. Es schepperte ganz schön laut und alle Leute eilten zu mir, um mir zu helfen. Oh, wie peinlich. Ich habe es doch tatsächlich geschafft, mir meine linke Beleuchtung am Rolli abzufahren. Ich hatte nur noch einen Gedanken, bloß schnell nach Hause und warten bis der Tag zu Ende ist. Mein Fazit für diesen Tag – „I don´t like monday“